Die Geschichte der privaten Krankenversicherung

Das deutsche Krankenversicherungssystem war der Grundstein für die Gründung von Krankenkassen für die Arbeiter in den Fabriken. Im vorangegangnen Jahrhundert gab es zwischen beiden keinerlei Trennung. Eine Folge der industriellen Revolution ist das moderne Gesundheitswesen, bei der es zu einer rasanten und komplexen Umgestaltung der wirtschaftlichen sowie sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen kam. Bis in die mittelalterlichen Zünfte reichen die Anfänge der heutigen privaten Krankenversicherung zurück.

Die Handwerker verschiedener Gewerbe jener Zeit gründeten Zünfte, die sich als Gemeinschaft um die Belange der Mitglieder kümmerten. Bei Krankheit und für in Not geratene Zunftmitglieder und deren Angehörigen wurden von der Gemeinschaft erst Beiträge erhoben und des weiteren geleistet. Außerdem wurden die Beiträge zugleich zur Alterssicherung  verwendet. Rückwirkend gesehen können sie als die Vorreiter für die heutigen privaten Krankenversicherungen gesehen werden. Der Grundstein für das deutsche Krankenversicherungssystem war die Gründung von Krankenkassen für die Arbeiter in den Fabriken.

Zu Beginn des Jahres 1845 erließ das damalige Preußen zur Zulassung von Krankenkassen - die Allgemeine Gewerbeverordnung.  Im Jahr 1876 wurde eine einheitliche Regelung für das Hilfskassenwesen geschaffen, welche sich in der ersten Zeit nur mit der Kranken- und Begräbnisversorgung befasste. Erst im Juni 1883 kam es zur Umsetzung von sozialpolitischen Reformen, welche die Krankenversicherung für Arbeiter endgültig regelten. Erstmals wurden versicherte Personen genau benannt, für die eine Versicherungspflicht vorgesehen war.
Es wurden Orts-, Innungs- und Gemeindeversicherungen gegründet, die als Träger für die neue soziale Krankenversicherung fungierten. Hilfs- und Knappschaftskrankenkassen sowie Betriebskrankenkassen gehörten gleichfalls zu den Trägern. Es reichte jedoch nicht aus, um allen Schichten der Bevölkerung Zugang zu einer Krankenversorgung zu verschaffen.

Die logische Konsequenz war die Gründung von Einrichtungen, die auf privatwirtschaftlicher Basis tätig waren und offen für von der Pflichtversicherung nicht Betroffene war.  Erstmalig bestand zu diesem Zeitpunkt der Unterschied zwischen sozialer und privater Krankenkasse.

Nach 1883 suchten Beamte, Lehrer und Geistliche verstärkt den Zutritt zur privaten Krankenkasse, nachdem es lediglich bisher für die Beamten des Berliner Polizeipräsidiums eine Krankenkasse gab. Alle bis dahin existierenden privaten Krankenversicherungen wurden dem im Jahre 1901 geschaffenden Aufsichtsamt für Privatversicherung unterstellt. Selbstständigen Handwerker, die von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen waren, gründeten im Rahmen der Handwerkskammern eigene Kranken- und Unterstützungskassen. Die Umsetzung des Gesetzes führte im Jahr 1934 zum Aufbau der Sozialversicherung zu größeren Verschiebungen innerhalb und zwischen den einzelnen Krankenkassen. Es gingen auch einige  private Ersatzkassen in die gesetzliche Krankenversicherung über. Die privaten Ersatzkassen wurden in ihrer Form als Körperschaften des öffentlichen Rechts per Gesetz zu Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmt. Ferner wurden in diesem Zuge Arbeiter- und Angestelltenersatzkassen getrennt. Der berechtigte Personenkreis wurde neu festgelegt, der in einer gesetzlichen Krankenkasse Mitglied werden durfte. Deshalb mussten zahlreiche Mitglieder in private Krankenkassen wechseln.

Das Gesundheitssystem war zum Ende des Zweiten Weltkrieges zusammengebrochen und es begann die Neuformierung der Versicherungsunternehmen. Zur Gründung eines bundesweiten Verbandes der privaten Versicherer kam es im Jahr 1945. Alle privaten Krankenversicherungsgesellschaften unterliegen seitdem der bundesdeutschen Gesetzgebung. Die Gesetzgebung beschloss erst 1970 mit dem zweiten Krankenversicherungsänderungsgesetz, dass gesetzliche und private Krankenversicherungen gleichberechtigt zu behandeln waren.  1989 verstärkte das Gesundheitsrefomgesetz dann das Abgrenzen von privat und gesetzlich Versicherten. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung hat der Gesetzgeber für langjährig privat Versicherte erschwert, beziehungsweise unmöglich gemacht. Ein Standardtarif wird Rentnern und erkranken Beamten seit dem Jahr 1991 angeboten, der in den Leistungen mit denen der gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar ist. 2009 wurden mit der Reform der Krankenversicherung die privaten Krankenversicherer verpflichtet, neben dem Standardtarif einen Basistarif anzubieten. Mehr als 8,81 Millionen Versicherte in der Vollversicherung meldeten die privaten Krankenvericherer im Jahr 2009.

Für mehr als 21,7 Millionen Deutsche bestand eine weitere Zusatzversicherung. Im Rahmen der privaten Pflegeversicherungen stehen 9,51 Millionen Versicherte unter Vertrag.

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